Statement: Landarztquote

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Zu der heutigen Diskussion im Niedersächsischen Landtag über die geplante Einführung der sogenannten Landarztquote sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, Susanne Schütz:

„Diese Landarztquote ist ein zahnloser Tiger und teure Schaufensterpolitik. Das aufwändige, bürokratische Auswahlverfahren kostet den Landeshaushalt alleine im ersten Jahr eine gute Millionen Euro. Ob sich das Problem der hausärztlichen Versorgung in den ländlichen Regionen damit lösen lässt, ist allerdings mehr als fraglich. Die angedrohte Vertragsstrafe in Höhe von 250.000 Euro, die fällig werden soll, wenn die jungen Ärztinnen und Ärzte doch nicht die vereinbarten zehn Jahre lang auf dem Land praktizieren, soll eine abschreckende Wirkung haben und garantieren, dass Jahrgang für Jahrgang 60 neue Ländärztinnen und Landärzte hinzukommen. Die Strafe greift jedoch nicht, wenn ‚soziale gesundheitliche oder familiäre Gründe‘ die Umsetzung ‚unzumutbar erscheinen lassen‘ – oder drohende wirtschaftliche Existenznot. Und bei welchem Menschen nach Abschluss des Studiums würde eine Zahlung von 250.000 € denn keine Existenznot auslösen? Ich gehe davon aus, dass jeder gute Anwalt hier einen Erfolg erzielen würde. Viel zielführender wäre es, die jungen Menschen schon während des Studiums mit den verschiedenen möglichen späteren Arbeitsumgebungen  vertraut zu machen. Auch Stipendien für interessierte Studierende könnten ein gangbarer Weg sein. Der aktuelle Landarztmangel hat viel mit den eher familienunfreundlichen Arbeitszeiten und mit dem Leben auf dem Land im Allgemeinen zu tun – wie erreichbar sind Schulen und Kitas, welches Kulturangebot gibt es und bekommt der Ehepartner auch einen erreichbaren Job? Der Beruf des Landarztes muss attraktiver werden, die Telemedizin und das Delegieren von Aufgaben an Gemeindeschwestern könnten zur Entlastung von Landärzten beitragen“